Lustigerweise habe ich mir gerade heute “wieder” darüber Gedanken gemacht, was es bedeutet erwachsen zu werden oder erwachsen zu sein. Irgendwie ist die ganze Formulierung aber einfach nur absolut unpassend, vollkommen bescheuert und letzten Endes wirklich absurd. Das wird mir umso klarer, je länger ich in dem Buch von Arnhild Lauveng lese.
“Erwachsen sein” ist so eine Formulierung, die endlos viel Konkretes in sich birgt und gerade dadurch absolut verklemmt und versperrt ist. Gleichzeitig entsteht deshalb die Illusion von Sicherheit. Verlockend.
Ich für meinen Teil empfinde meine aktuelle Lebensphase als tendenziell unangenehm. Unzufrieden bin ich nicht, denn gerade aktuell entwickelt sich eigentlich alles ganz gut. Ich bin aber ein Mensch, der gerne weiß was Sache ist – und genau das weiß ich nicht. Gleichzeitig bin ich ein Mensch, der von und mit der Veränderung lebt. Zumindest subjektiv sehe ich das so.
Momentan habe ich den großen Drang mich weiter zu entwickeln (*Insider*), neue Wege zu gehen und endlich diese gewisse .. Verklemmtheit ? .. Sperre ? .. Abhängigkeit? .. über Bord zu werfen. Mir ist die Freiheit in meinem Handeln über die Jahre genommen worden, oder ich habe sie mir nehmen lassen. Während ich früher gemalt habe und phantastische Geschichten dabei im Kopf hatte, war oder ist es oft so, dass ich daran denke, wie die Bilder ankommen könnten.
Das hat bestimmt psychologisch gesehen tiefe Wurzeln in meiner Vergangenheit. Es ist nicht förderlich für eine 12-Jährige, wenn sie von einer nahestehenden Person sexuell belästigt wird und die eigenen Eltern es nicht glauben und trotz psychologischer Unterstützung kein Interesse zeigen. Es ist frustrierend, wenn man etwas leidenschaftlich gerne macht und die Eltern unterstützen einen dabei nicht auch nur irgendwie (außer vielleicht finanziell mit dem Beisatz “wir haben kein Geld” und in der nächsten Woche stehen statt 2 plötzlich 3 Fernseher für 3 Personen da, wovon eine nicht fernschaut) – besonders wenn man parallel dazu sieht, wie es sein könnte, würden man Unterstützung erfahren. Und es ist fast vernichtend, wenn man noch einen drauf setzt und ein Mannsbild Manager (Format zwei Bürostühle) einem sagt, dass alles was man sagt, tut oder tun möchte eigentlich absolut scheiße ist und man so nichts erreicht – nett gemeint, aber kontraproduktiv.
Mittlerweile arbeite ich daran, diese Barrieren selbst zu überwinden. Ich möchte nicht erwachsen werden – denn das ist nur ein leerer Begriff – sondern wieder mehr zu mir selbst finden. Mit all der spirituellen Weisheit und den vielen 777, die damit einhergehen mögen
.
Ich habe mich heute gefragt, ob es vielen in meinem Alter nicht ähnlich geht (?). Ich denke ja und ich denke nein.Wenn ich schlecht drauf bin denke ich, dass eh alle super happy sind und genau wissen was sie wollen und das auch erreichen und dann wiederum kann ich nicht leugnen, dass es eigentlich nicht stimmt und ich mir damit etwas vormache. So ist das, wenn man mit 15 aufwärts eingetrichtert bekommt, dass man schon zu 777% wissen muss, was man später machen möchte und am Besten noch bevor man es studiert hat Experte darin zu sein hat. Weil die Professoren leben für ihre Fächer und wenn man da .. bla bla .. .
Mein Freund sagt mir immer, dass ich mir zu viel zumute, zu viel schaffen will. Lustigerweise hat in abgewandelter Form der Professor für Aktzeichnen mich genau darauf hingewiesen – ich kann nicht von heute auf morgen meinen Stil ändern, Dinge anders sehen und angehen.
Schade eigentlich, denn genau das will ich.. .

Hier kommt mal meine Interpresation. Erwachsen zu werden ist eine Schutzbarriere die man seinem Körper gibt, um sich der Menschenmasse integrieren zu können. Dabei werden Geist und Seele (wenn auch unbeabsichtigt) immer mehr in den Abgrund gedrängt.
Man verliert seine Träume aus dem Auge und nimmt nur noch das wahr was einem vorgesetzt wird.
(Werd doch mal erwachsen: Ein typischer Satz wenn Eltern verzweifeln und nicht mehr weiter wissen.)
Meine Wurzeln wurden in der Vergangenheit ebenfalls körperlich verletzt. Erst 10 Jahre später, krafttankend, offenbarte ich mich meinen Eltern. Die Folge waren großer Spott und Wutausbrüche.
Diese Erfahrung hat mir gezeigt das ich mich nicht mehr offenbaren kann. Das hat mir einfach gezeigt wie verzweifelt und abneigend meine Eltern waren. Unser Verhältniss hat sich einfach nicht gebessert in den letzten Jahren.
In den heutigen Medien gibt es leider derzeit so viele Fälle, und man hört immer wieder neue Menschen dich sich dazu äußern. Ich freue mich über ihre Stärke und Willenskraft.
Ich bin Erwachsen auf der Skala die ich will. Das ist wohl der Grund weshalb ich von wenigen so verstanden werde.
Meine Ängste zu überwinden habe ich leider immer noch nicht geschafft. Aus der ‘Ganzen’ Sache bin ich nur mit Distanz ausgekommen. Distanz zu bestimmten Themen und Menschen.
Meinem Beruf zu liebe habe ich mein Erwachsensein aufgebaut… (denn Erwachsen sein heißt: Verantwortung übernehmen.)
Aber wenn ich mich komplett darauf einlasse… habe ich angst meine Fantasy und Träume zu verlieren.
Aber Erwachsen sein heißt nicht sofort Angstfrei zu sein. Wir sind Menschen… und sollten nicht in Stufen wie Säugling, Kind, Jugendlicher, Erwachsener und Senior eingestuft werden.
Ich hab hier noch gar nicht geantwortet, obwohl ich mich wirklich sehr über deinen langen Kommentar bzw. deinen Input gefreut habe. Tut mir leid
Ich denke, dass man “Erwachsen sein” sehr unterschiedlich auslegen kann. Es bedeutet für die Masse vielleicht etwas ganz anderes, als für ein Individuum. Für mich bedeuetet es eben, etwas Standfestigkeit zu erlangen, im Leben und zu mir zu stehen. Das verbinde ich nicht mit “Träume aus den Augen verlieren, …”.
Das mit deinen Eltern tut mir leid. Ich kenne die Situation (ähnlich zumindest!) und so etwas ist wirklich belastend.. .
Diese Angst vor dem Verlust der Fantasie und der Träume ist aber berechtigt. Ich finde, dass die Gesellschaft da Dinge vorschreibt und Normen setzt, die diese Abstumpfung(en) leider fördern.
Der letzte Satz ist sehr gut gewählt =)