Baumschäden illustriert

Diese drei Illustrationen/Zeichnungen/Skizzen habe ich für einen Exkursionsbericht zur Exkursion für Landschaftsbau und Vegetationstechnik gemacht.  Sie zeigen Schäden an Bäumen durch falsche, oder fehlende Pflege.

Da ich solche Dinge sehr interessant finde, schreibe ich hier einfach mal, was ich dazu zu sagen habe. Hoffe, dass auch ihr das interessant findet!

Bild 1 zeigt einen Baum, der zu spät geschnitten wurde. Flächen über 10-20 cm können je nach Baum-Art nicht mehr (ausreichend) abgeschottet1 werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Fäulepilze den Baum befallen, steigt.

Bild 2 zeigt erste Verletzungen beim Dickenwachstum durch Drähte.
Um Jungbäume werden in den ersten Jahren Schilfrohrmatten gewickelt, um sie vor Frostschäden und Sonnen-Nekrosen zu schützen. Die Temperatur an der Rinde eines Baumes kann um bis zu 50°C schwanken! Werden diese Matten nicht rechtzeitig entfernt schnüren die Drähte den Baum ein.

Habt ihr euch schon einmal gefragt, warum manche Bäume einen weißen Anstrich haben? Das ist nicht etwa der moderne Baumschmuck, sondern der Anstrich (u.A. aus Kalk) schützt junge Bäume vor Schäden durch Sonneneinstrahlung und Kälte.

Bild 3 zeigt die eher alpine Eberesche in der Stadt. Der Boden besteht aus weißem Kies und reflektiert somit das Sonnenlicht – zusätzliche Belastung.  Das sich diese Art an ihrem Standort nicht unbedingt wohlfühlt zeigte ein blattloser Artgenosse.

  1. der gesamte Vorgang nennt sich bei Bäumen “Kompartimentierung”. Mehr Informationen hier.
Dieser Beitrag wurde am 07.06.2010, um 19:47 Uhr veröffentlicht.
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13 Kommentare (7 Besucherkommentare) auf “Baumschäden illustriert”

  1. Durloth sagt:

    Oh. Das ist interessant. Vor allem für mich als alten Baumfreund. Ist ja irre, was man so einem Baum antun kann. :wow: Auch ich laufe auf Bäumen über den Weg, denen es nicht gut geht. Oder nicht gut gehen kann… Weil man sie zum Beispiel einbetoniert hat. Wie soll so ein Baum an Wasser kommen? Manchmal neige ich wirklich dazu, diversen Stadtarchitekten auch ein Leben zu wünschen, das sie bis zur Hüfte in Beton führen müssen…

    Wie auch immer: Ich fand diesen kleinen Exkurs sehr lehrreich und hoffe, mal wieder was in diese Richtung zu hören. Dankeschön!

    Viele liebe Grüße,
    Durloth

  2. Philiagus sagt:

    Auch von mir ein Dank für diese kurze Exkursion. Auch die Zeichnungen gefallen mir sehr gut. Die für die Verletzungen gewählte Farbe verbinde ich spontan mit Schmerz und Hitze was dann auch im Text sehr schön beschrieben wurde.

    Ich finde es zwar schön, das in der Öffentlichkeit auf Grünflächen geachtet wird, jedoch finde ich den Zustand, in dem diese sich befinden, in leider viel zu vielen Fällen geradezu erschreckend.
    Und so danke ich Dir, das Du darauf und auf die Fehler die gemacht werden in so schöner Form hinweist.

    Grüße
    Philiagus

    • Flügel sagt:

      Ich hatte ursprünglich ein kräftigeres Rot, aber das hat mir nicht so gut gefallen – Pastell war da schon besser.

      Man muss dazu sagen, dass man vieles auch schon in der Planung berücksichtigen kann. Das passiert oft nicht. Der Professor hat es so ausgedrückt: “Pflege gibt es nicht.” (oder eben kaum), weshalb man das in der Planung berücksichtigen muss.

      Es freut mich, dass es dir Freude bereitet hat, hier zu lesen :love:

  3. Sciurus sagt:

    Ich finde die Illustrationen zu den Baumbeschädigungen sehr gelungen. Sie stellen in meinen Augen durch den Kontrast zwischen Baum und der dargestellten Verletzung das Problem sehr gut dar.

    Ich finde es schade dass man Bäume “bewusst” verletzt statt sich darum zu kümmern.

    • Flügel sagt:

      Ehrlich gesagt, weiß ich nicht genau, wie es dazu kommt. Es gibt ja zuständige Pflegeämter, aber ich glaube die sind nicht so gut frequentiert in ihren Pflegemaßnahmen?! Jedenfalls kann man sich darauf halt nicht verlassen.. . Allgemein ist Pflege und Instanthaltung ja sehr teuer.

  4. Durloth sagt:

    Blöde Frage für zwischendurch. Betrifft auch Baumschäden, aber keine der hier aufgeführten. Ich bin in der letzten Woche auf Spaziergängen mehrfach auf Bäume gestoßen, die enorme Fraßschäden aufwiesen. Und überall in den Zweigen und auch am Stamm waren diese Gespinste mit Raupen drin. Stellenweise waren das wirklich große Gespinste, bestimmt einen halben Meter lang und halb so breit, beziehungsweise unter eingerollten Blättern angebracht und überall im Baum verteilt.
    In einem Fall war der Baum nahezu zur Gänze eingesponnen/oder verschimmelt -jedenfalls abgestorben – und die Gespinste waren auch in allen umliegenden Bäumen zu finden. In diesem Fall fand sich der Fund direkt an einem Sportplatz bzw. einem Fußweg.

    Ich habe mal ein bisschen hin und her gegoogelt und bin auf den Eichenprozessionsspinner gestoßen, vor dessen Raupen und respektive deren Brennhaaren mehrfach eindringlich gewarnt wurde. Und jetzt frage ich mich, nachdem ich nirgends einen Hinweis auf Meldepflicht oder dergleichen gefunden habe, ob ich das melden sollte. Und wenn, vor allem wo?

    Das ist jetzt vielleicht ein bisschen komisch, da sich das ja auf Deutschland bezieht, aber ich dachte, dass du mir vielleicht weiterhelfen kannst. Ich bin mir grade nämlich echt nicht sicher.

    Wäre jedenfalls echt toll, wenn du mir einen Tipp geben könntest.

    Liebe Grüße,
    Durloth

    (Und jaa – tut mir leid. Dein Blog ist kein Kummerkasten. Bitte vielmals um Entschuldigung.)

    • Flügel sagt:

      Uh, was sag ich jetzt am Besten? Also ehrlich gesagt, kenne ich mich damit nicht aus :-/ Mit den Raupen hast du recht, die sind sehr übel. Ich weiß aber nicht, obs nicht eine andere Art sein kann. Wohl kaum – waren Eichen?

      Also weiß ich auch gar nicht, wo du das melden könntest :( Ich weiß nur, dass hier im Wald immer Warnhinweise sind, dass man eben aufpassen sollte.. .

      Hoffentlich bist du jetzt nicht zu enttäuscht :sad:
      Und du schreibst ja nicht so themenfremd, passt schon ^^

      Kann dir aber mal nachfragen =)

  5. Durloth sagt:

    Macht ja nicht. Ich dank dir trotzdem. Ich bin mir nur ziemlich unsicher. Nicht, dass ich dann in zwei Wochen irgendwo lese, dass man das hätte melden müssen.

    Es waren alle möglichen Bäume. Eine junge Eiche, ne Buche, ne Linde, ne Pappel, Holundergesträuch. alles, was so in der Nähe stand. Und von dem ersten Baum, den ich gesehen habe, war auch kaum noch was zu erkennen. Vom Wuchs her hätte es eine Eiche sein können, aber Blätter hatte er keine mehr und die ganze Oberfläche war weiß. Es war aber definitiv keine Birke.

    Trotzdem nochmal vielen Dank. Ich glaub, ich ruf einfach mal beim Forstamt an.


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