Diesen Film von Tom Hooper (Regisseur) und Peter Morgan (Drehbuchautor) haben mein Freund und ich uns am Samstag Abend auf ARTE angeschaut. Der 1 1/2 Stunden lange Film behandelt den Fall “Myra Hindley” und “Lord Longford”.
Ein spannender Thriller, der auf einem authentischen Fall beruht: In den 60er Jahre ermordeten der Buchhalter Ian Bradley (Andy Serkin) und seine Freundin Myra (Samantha Morton) mehrere Kinder und vergraben die Leichen im Moor.
Die Tätern werden gefasst und zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Jahrzehnte später setzt sich der katholische Lord Longford (Jim Broadbent) gegen öffentlichen Widerstand für die Entlassung von Myra ein, obwohl die Frau ihn belogen hat. «Die Moormörderin von Manchester» (Arte, 22 Uhr) wurde mit drei Golden Globes ausgezeichnet.

Mir hat der Film gut gefallen, weil er wenig eindeutige Aussagen trifft (vor Allem zum Fall Myra Hindleys!), sondern viel mehr sehr subtil das Gesellschaftsbild hinterfragt. Es bleibt mehr oder minder unbeantwortet, ob Myra wirklich Reue fühlt, oder Longford konsequent hintergeht und ausnützt.
Eine beeindruckende Szene ist definitiv die in der Myra mit Hilfe einer Gefängniswärterin zwei Stunden das Gefängnis verlässt. Die Reizüberflutung, ihre Überforderung, aber auch die zaghafte Freude über den weiten Blick und den Wind auf der Haut sind filmisch sehr gut umgesetzt worden. Ebenso wie die Konsequenzen, die dieses Handeln hat.
Sehr treffend ist ebenfalls ihr Aufenthalt in einem größeren/strengeren Gefängnis. Hier wird sie mit starken Schlafmitteln, Beruhigungsmitteln, Antidepressiva, .. “behandelt” und ist kaum noch ansprechbar. Andere Häftlinge mischen ihr Fäkalien unters essen.
Der Film stellt konsequent die Frage, wie mit solchen Verbrechern umgegangen werden soll. Myra hat den Hass mehrerer Menschen auf sich gezogen: und das nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch im Gefängnis, wo sie letztlich auch stirbt, wird sie geächtet.
Gleichzeitig bringt die Frau von Longford ein Argument auf, das ich als sehr bedrückend empfinde: Myra sei eine der wenigen Frauen, die Kinder ermordet habe – die Frau von Longford erwähnt, dass Männer mit ähnlichen Straftaten und lebenslanger Haft nach Absitzen dieser und einer Bewährungsfrist wieder freigelassen werden würden. Man spürt deutlich den gesellschaftlichen Druck, der auf jeder gerichtlichen Entscheidung sitzt.
Meiner Meinung nach zeigt der Film, wie schwierig es ist, hier eine klare Entscheidung zu treffen und wie ungemein schwieriger es ist, einen Menschen wirklich zu beurteilen. Myra hintergeht Longford. Das Gericht ist nicht immer im Recht (auch mit der Schwere der Strafen) und die Hoffnung und der Glaube an den Menschen, den Longford zeigt, ist sehr berührend. Gleichzeitig bestätigt sich die Grausamkeit des Verbrechens von Myra und Ian durch Tonbandausschnitte und die Ausgrabungen. Man sieht den Schmerz und die Wut der betroffenen Eltern.
Der Film bringt ein Thema und ein Problem ans Tageslicht, das gerne verdrängt wird. Die Zustände in vielen Gefängnissen sind teilweise katastrophal, es wird wenig zukunftsorientiert gehandelt. Das kann man immer wieder lesen (z.B. im Fall von Walter H.).

Schau dir mal einen Agartha Christie Film an.
ohja, du sagst es… besonders die unterschiede der Haft bzw Länge der Haft sind meist unterschiedlich, auch wenn die Tat fast identisch ausgeführt worden sind.
Sehr schwierige Angelegenheit sowas.
Dennoch bin ich der Meinung das es vielen Tätern ind ihren Gefängnissen zu gut geht. Komfortables Bett, Fernseher, Radio, Wasserkocher, Zigaretten…
Sicher müssen die sich das alles verdienen, aber immerhin ist der grundgedanke das sie ihre Tat bereuen.
Dat ist sowas wie bezahlter Urlaub im 2 Sterne hotel. wobei das gefängniss um meilen sauberer ist!
Ich denke, dass das sehr sehr stark vom Gefängnis abhängt. Vielen geht es zu gut, aber noch mehr leiden sehr unter ihrem Aufenthalt. Daher ist es umso schlimmer, wenn Leute sitzen müssen, die kein Verbrechen begangen haben.
Hey, eine Frage nebenbei: was für ein Plugin benutzt du für dein Portfolio? Will mir meines auch so in der Art aufbauen, also nicht wie ein Photoblog mit einzelnen Bildern, sondern so wie du es hast :) Danke :)
Meinst du flügelchen.net? Das ist komplett selbst gecodet und basiert auf keinem CMS
Aaah okay.
Da muss ich echt schon sagen wow <3 weil ich finds wirklich sehr schön <3