Momentan verfolge ich ja eine Entwicklung, die ich nicht wirklich nachvollziehen kann, die sich aber irgendwo nicht leugnen lässt. So viele, wie darüber schreiben. Sogenannte Mode- oder Fashionblogs sprießen aus der “Blogosphäre” 1 wie Pilze. Dazu der neue Trend: Videos, Videos und “ähm, öhm, ähm, stotter hier, hysterisches Gehabe da” Videos. Darunter befinden sich dann mitunter schon 10-12-jährige Kinder, die einem die beste Mascara von XYZ vorstellen und ihren neuen Lieblingsnagellack strahlend vorzeigen. Also ich bin mir sicher, dass sich Manhatten und Co. wahnsinnig darüber freuen 2, denn diese Mädchen sind die potentiellen Kunden von morgen und nicht nur das: sie machen unbezahlte Werbung, die vielleicht sogar näher an ihre Kunden kommt, als es das Unternehmen selbst schafft. Wird nur mir mulmig zumute?
Und wenn Julia von Großstadtgeflüster früher nur Fotos von sich gepostet hat, dann hat sie sich heute nicht grundlos angewöhnt, auch noch dazu zu schreiben, was von welchem Laden stammt. Denn neben der obligatorischen Kamera/Objektiv-Frage häufen sich die Fragen nach: von wo hast du dieses tolle Top? Und so weiter und so fort.
Geht es nur mir so, dass ich bei den meisten Fotos auf solchen Blogs eigentlich nur folgendes sehe? Eine weiße Wand, irgendwelche Kleidungsstücke von H&M 3 und anderen Konzernen, Schmuck und Schminke. Mehr sehe ich nicht4.

(klick auf Bild = bessere Qualität)
- Ein Begriff der die eigene Welt der Blogger umfassen soll … glaube ich. ↩
- bestimmt genauso, wie sie sich über “Freunde” auf Facebook freuen. Lustigerweise kann man dort jetzt mit Marken und Konzernen befreundet sein. Ach toll! ↩
- ausgesprochen Innovativ! ↩
- Natürlich sehe ich den Menschen, aber in so einer reduzierten Form, dass mir davon graust.. ↩

Das sehe ich aber mal sowas von ganz genau so. Ich finde es schade. Vor allem solche Blogs, die nur noch irgendwelche verwischten, pseudo-verklärten Schnappschüsse von dem ganzen Gebammel posten (die zwar immerhin mit einer DSLR aufgenommen sind, aber halt wie…), die ich vielleicht vom Fotografischen her einmal hätte durchgehen lassen, als Experiment. Aber wenn alle Fotos so sind… ohne, dass irgendwo mal eine Abwechslung oder ein ernst gemeinter Versuch in Richtung Mode-Fotografie zu sehen ist…. puh. Ich weiß nicht… Spricht eigentlich nur für die Schnelllebigkeit dieses Trends. Im Vorbeihuschen was gesehen und unreflektiert zum nächsten Teil gehuscht… Gut, sind auch einige dabei, die wirklich gut fotografieren mittlerweile.
Vor allem nervt mich, dass immer weniger Blogger (auch außerhalb der Fashion-Blog-Szene) etwas zu sagen haben. Vielleicht bin ich selbst eine extreme Ausnahme mit meinem Nicht-kurz-fassen-können-Syndrom, aber einfach nur wochenlang nur Bilder, die nichts als schlecht fotografiertes, irgendwo zusammengekauftes Zeug ohne Persönlichkeit zeigen, und vor allem ohne Erklärung zu dem Ganzen (!), kann ich nicht befürworten. Ein Designer überlegt sich in der Regel sehr genau, warum er etwas verwendet oder nicht verwendet, warum etwas so ist wie es ist. Und für “weil’s halt hübsch aussieht”, nimmt einem keiner etwas ab in der Szene.
Wenn ich als Fashion-Blogger jetzt hergehe und einfach nur immer irgendwelche Zusammenstellungen von meinen Fashion-Discounter-Errungenschaften präsentiere, ohne einen Grund zu nennen, warum jetzt diese Bluse zu jener Jeans und nicht anders, dann zeige ich doch eigentlich nur, wie wenig ich von Mode verstanden habe. Und wie wenig mich das Metier, mit dem ich mich auseinandersetze, interessiert.
Was die unbezahlte Werbung angeht – und auch deine Karrikatur: Hast du schon mal “Idiocrazy” gesehen? Ein satirischer Film und ich möchte nicht so weit gehen, zu sagen, dass es ein guter Film ist. Ich finde ihn weder lustig noch sonst etwas. Aber dieser Film zeigt meiner Meinung nach ziemlich genau, wie unsere Welt in geschätzten dreißig bis fünfzig Jahren aussehen wird, wenn da nicht ein ganz radikaler Umschwung im Denken der Menschheit (vor allem der Menschheit, die jetzt unter 20 ist) stattfindet.
Ich habe gerade ich bisschen nachgeschaut, aber die Parts des Films, auf die ich eigentlich hinaus will, sieht man auf dem verfügbaren Material nicht besonders gut: Die Kleidung der Menschen. 100% Polyester oder sonstwas und schreiend bunt mit allen möglichen Logos bedruckt. Wie Einkaufstüten. Und genauso leer.
Allerdings gibt es unter all diesen vielen “Fashion-Blogs” auch ein paar kleine Juwelen. Falls du es nicht ohnehin schon kennst, kann ich dir Natrons Blog sehr empfehlen. Die junge Dame macht ihre eigene Mode.
http://natron.natronundsoda.net/
Zu guter Letzt vielen Dank für diesen Post, der war überfällig!
Durloth:blatt:
Danke für deinen schönen Kommentar. Ich freu mich immer sehr darüber!
Ehrlich gesagt hatte ich beim Veröffentlichen so meine Bedenken, dass das nur ich so sehe und es ja eigentlich eine recht
harte Aussage ist. Schließlich bedeutet es schon etwas, nicht gesehen zu werden. Es ist auch ein Ambivalentes Gefühl, denn letztlich geht es natürlich um die Personen, die sich so bloß stellen.
Ich finde es nicht schlimm, wenn man eher kürzere Aussagen trifft, solange man nicht nur “ja, cool, amen, danke, bitte” sagen kann. Selbst neige ich zu beidem. Bei mir ist das sehr Stimmungsabhängig.
Ich bin der Meinung, dass man auch aus gekauften Sachen einen Stil kreieren kann, oder eine Aussage treffen. Aber häufig sehe ich eben nur Puppen, die Kleiderstücke präsentieren.. und das finde ich schade. Da ist viel mehr Potential.
Den Film kenne ich leider nicht, vielleicht finde ich da noch mehr Informationen. Danke für den Tipp!
Danke auch für den Linktipp
Die Seite gefällt mir gut und es fasziniert mich, was sie da alles selbst macht. Irgendwann mal möchte ich schon auch so etwas machen können.
Wie meinst du, dass der Post überfällig war? Trotzdem “gern geschehen” xD
Klar ist es eine harte Aussage, aber wenn man immer nur zu allem lächelt, was gemacht wird, kann ja letztlich nur selten was Gutes bei rauskommen. Natürlich geht es auch um die Personen, aber wenn die der Ansicht sind, dass es gut ist, seine Persönlichkeit auf Discount-Fashion zu reduzieren und sich auch so darstellen, dann sollten sie auch damit rechnen, dass Leute das genau so sehen und verstehen. Und daran sehe ich wirklich nichts Verwerfliches.
Nein, kürzere Aussagen finde ich nicht schlimm – im Gegenteil. Aber dann bitte mit Inhalt. Deswegen wirds bei mir auch immer lang.
Natürlich. Stil und Aussage funktionieren auch mit Mülltüten, wenns sein muss, aber nicht ohne Kontext – also ohne Mensch. Und ich glaube, das ist es, was wir beide so schade finden.
Gern geschehen – also wegen der Links. Ich weiß nicht, ob dir die Plattform “Natron & Soda” was sagt: Nähanleitungen und kostenlose Schnittmuster für Näheinsteigerin. Das ist Natrons Baby und damit ist sie auch so gut geworden, wie eben jetzt. Ich häng da seeeehr gern rum :D
Bezüglich der Überfälligkeit des Posts: Sagen wir einfach, dass ich schon drauf gewartet hab, dass jemand was drüber schreibt. Wäre mir ziemlich egal gewesen von woher – aber ich bin froh, dass du es warst. Weil ich mir schon die ganze Zeit dachte: “Es kann ja wohl nicht wahr sein, dass du die Einzige bist, die das nervt.” *tschiep*
Und nochmal
Greenthings
Durloth
Ja, ist wirklich oft so, dass Fashionmädchen diesem Trend folgen. Aber du hast die 10 Kilo Primarkausbeute vergessen :D Ich selbst ziehe mich zwar auch so ähnlich an, aber habe nicht diesen RIESENGROßEN Selbstdarstellungstrieb, als dass ich mich jeden Tag 1000x vor einer weißen Wand fotografieren würde.
Oft ist es ja auch so, dass die Mädels sehr bekannt in der “Blogosphäre” sind – es reicht als Fashionmädchen schon, hübsch auszusehen, dann kommt der Erfolg von ganz allein. So scheint es zumindest.
Erfolg?! Ganz ehrlich ? Ich glaub die wenigsten der vielen Kommentare und “Watches” sind ernst gemeint.
Ich kanns mir einfach nicht vorstellen und in meinem Auge ist das alles eine Linkhascherei. Warum sollte man sonst zu so teilweise lieblosen Fotos schreiben “toll” – und mehr nicht!!
Hallo
Ich mag den Header von deiner Seite :heart:!
Den Eintrag find ich auch echt spannend geschrieben… hab ich garnicht so richtig mitbekommen mit den Videos… liegt wahrscheinlich dran, dass ich Schmink-Videos schon überfliege :D
Bye
P.S.: Süße Smileys
Hallo :) Danke dir, es freut mich, dass dir der Blog gefällt. Der Header wechselt je nach Kategorie ^^
Das mit dem “Trend” wär an mir auch spurlos vorrüber gegangen, ich habs halt zufällig in einem Forum gesehen. Teilweise sehr peinliche Videos.. .
Ich glaube das diese Kinder auf Erwachsen oder Jugendlich spielen wollen,weil sie es bei anderen älteren sehen (das kann man beim Rauchen auch beobachten).
Ich bin ja schon immer gegen diese Modeblogs. Weswegen? Für mich sind das keine Modeblogs. Mode umfasst ein bisschen mehr als “ich war heut im H&M” bla. Wenn man sowas führt, sollten man vielleicht auch mal schauen: Woher kommen die Kleidungsstücke, wo werden sie hergestellt, wer steht hinter diesen Konzernen, Designer und Co., Newcomer, Do it yourself, ect.
Dazu sag ich es mal so, viele dieser Mädels sind dürr. Und dann kommt da ein pummeliges Etwas wie ich und dann ja Krise, Essen, Finger in den Hals oder was?
Die Vor- und Nachteile der Modeindustrie werden nicht beleuchtet, sich nicht näher damit beschäftigt, hauptsache eine Gold-Karte für H&M (okay, gibt es nicht, aber ihr wisst was ich mein *g*)
Ich persönlich trage das sogenannte “Basic” (Jeans, Shirt, Fertig). Weil ich viele dieser Trends einfach derbe gräßlich oder unvorteilhaft für meine Figur und meine Charakter finde…
Manchmal denk ich mir, wenn ich mal wieder mich amüsieren will und durch die Modeblogs klicke, dass die Mädchen dortn mir eigentlich leid tun sollten.
Ihr Selbstwertgefühl durch 50 Kommentaren aufbauen?
Ja, dieses unreflektierte stört mich ziemlich an der ganzen Sache! Ich fänd es ok, wenn zwischendrin Selbstgemachtes wär, oder kritische Berichte. Aber nur Mascara, Lidschatten, H&M, Zara, C&A, bla bla … eh .. nein danke!
Das mit den Kommentaren versteh ich auch nie. Es sind ja nichtmal ehrlich gemeinte Antworten .. (Linkhascherei)
Also Flügel…. du hast die Handtasche vergessen!!! …
ja was soll ich dazu sagen? Ich denke es wurde alles gesagt. Meine Meinung dazu kennst du wohl schon, oder? FAlls nicht… ab und zu ist es ok über ein wundervolles Teil zu berichten, auf das man stolz ist… aber immer wieder…und wieder… dann ignoriere ich einfach diese Blogs. Weil ich daran nichts interessantes sehe.
Und ich finde das es eine Welle ist, die jeder wohl mal miterleben muss, besonders die kleinen teenies. mit der Hoffnung, dass sie bals vorüber zieht.
Die Handtasche .. oh die Handtasche! Na ja, weißt du .. die ist auch weiß
Ja, ich ignorier es auch meistens. Find es nur schade, wenn ich auf der Suche nach neuen Blogs bin und dann so herb enttäuscht werde
Ich bin mir nicht sicher, ob es nur eine “Welle” ist. Um ehrlich zu sein wage ich das zu bezweifeln.. .
Naja, diese Welle dauert jetzt auch schon wieder 1 – 1,5 Jahre an.
Hey! Das ist wirklich ein guter Eintrag der dieses Phänomen kurz und prägnant beschreibt. Ich denke nicht dass es sich dabei nur um eine vorübergehende Welle handelt sondern dass diese Art von Einträgen zukünftig auch von männlichen Bloggern kommen werden. Dann vielleicht nicht mit Mode sondern technischen Errungenschaften. ;)
Das Problem ist sehr vielschichtig in meinen Augen. Da ist der Punkt des gesehen werdens der für viele sehr wichtig ist, dabei ist es unwichtig wie gut die Darstellung ist, denn man ist nur selten der Gefahr negativer Stimmen ausgesetzt, viel mehr erntet man auch für jedes Foto, jeden Tipp oder jeden noch so kleinen Eintrag bereits positive Kritik von allen Seiten. Denn nur dadurch stellt der Kommentator sicher dass auch er positive Kommentare und Clicks erhält. Gesehen werden eben. Jemand der häufig kritisiert wird schnell abgestempelt einfach neidisch zu sein oder er hat eben keine Ahnung. So jemand wird dann natürlich auch nicht besucht oder gar verlinkt.
Dann ist da noch der Punkt dass die Kritikfähigkeit stark abgenommen hat. Woher das kommt ist mir schleierhaft, aber schauen wir doch mal in 90% aller Blogs die Beiträge über Neuerwerbungen an und vergleichen dann wie viele voll zufrieden mit den neuen Sachen sind. Ja, so gesehen gibt es keine schlechten Produkte, denn niemand mag anscheinend zugeben Geld für etwas schlechtes ausgegeben zu haben. Bei Amazon Rezensionen sieht es noch normal aus, das scheint also zur Zeit eher ein “Blogosphären” (oder Applejünger (SCNR)) Phänomen zu sein.
Ich finde diese Entwicklung irgendwie traurig, denn für mich sind Blogs bzw. Webseiten im Allgemeinen eine schöne Sache um die unterschiedlichsten Meinungen zu verschiedenen Themen zu finden und seinen Horizont zu erweitern. Durch diese Gleichschaltung der Meinungen und Einträge aber erhält man einen Einheitsbrei der einem die Lust am Lesen (Schauen) schnell nimmt. Dabei empfinde ich allerdings kein Mitleid für diese BloggerInnen sondern sehe sie einfach als logische Entwicklung in unserer Konsumgesellschaft zu der wir auch unseren Teil beitragen. Zwar auf eine andere Art aber trotzdem nicht viel anders. ;)
Ich hab mich sehr über deinen Kommentar hier gefreut und du weißt ja, dass ich dir in allen Punkten nur zustimmen kann. Das mit der Kritikfähigkeit ist auch etwas, das mir aufgefallen ist. Ich denke, dass sie verloren geht, weil sie oft nicht gefordert wird – und wenn man sie dann quasi ungefordert bekommt, fühlen sich wohl einige blöd angemacht
Ich merk es ja selbst, dass einige es nicht ab können, wenn man “klartext” redet – ist ja das Resultat meiner Forderung beim Gewinnspiel gewesen: einige Leute (lustigerweise Gewinner!) besuchen meinen Blog nun nicht mehr (aber die Geschichte kennst du ja
) – ist wohl schwer sich um seinen Preis zu kümmern.
Meinen Blog möchte ich auf jeden Fall (momentan) weiterführen. Das Schreiben macht mir Spaß und – zugegeben – ich freu mich über die wachsende Zahl der LeserInnen und gebe mir daher auch mühe meine Beiträge interessant und abwechslungsreich zu gestalten (also ja – ich blogge nicht für mich).
Und ja .. ich fürchte ich hab irgendwie mehr zu deinem Kommentar hinzugefügt, als dazu noch etwas gesagt…
*fail
lustig dass du grade diese schminktutorials erwähnst, die hatten wir nämlich in der youtube-vorlesung letztes semester ausführlich. ich bin auch kein freund solcher dinge. allerdings stolpere ich auch nicht allzuoft darüber. liegt vielleicht daran, dass in ‘meiner’ blogosphäre hauptsächlich tagebücher und fotografen unterwegs sind!?
und oft denke ich mir dann auch, wieviel davon vielleicht sowieso virales marketing ist…
YouTube-Vorlesung?? Geil! Wo gibt es das? Wie gibt es das? Ich will das haben, jetzt sofort, als Freifach! :D
Ja, irgendwie bekomm ich da mehr mit, als mir lieb is, wer weiß warum .. . Marketing pur ..
das gabs auf meinem institut im letzten wintersemester. sind aber leider schon alle prüfungstermine vorbei )= dieses mal hatten wir digital storytelling, da war heut erst der erste termin. weiß nicht ob dich sowas interessiert. sonst kann ichs dir ja sagen, was der prof in nächster zeit so macht. er is jetz bei uns so quasi der neue medien zuständige (=
tja, marketing. ich habs ja studiert (;
Das wär toll, wenn du mir das sagen könntest! Find sowas nämlich auch sehr interessant!
klar, gern! bei uns wird so ende august/anfang september das neue VLVZ online gehen!