Vergangenen Samstag Abend habe ich mit meinem Freund den Film von Oliver Parker “Das Bildnis des Dorian Gray” angeschaut. Mich haben die Trailer angesprochen. Den Roman von Oscar Wide habe ich nicht gelesen, sollte ich aber vielleicht tun. Das Ganze ist bereits mehrmals verfilmt worden.
Wilde erzählte die Geschichte des reichen und schönen Dorian Gray, der im viktorianischen London unter den Einfluss von Lord Henry Watton, einem gebildeten Dandy, gerät. Watton beginnt den jungen Mann nach seinen Vorstellungen von individueller Selbstentfaltung ohne moralische Schranken zu formen, wodurch dieser sich zunehmend zu einer egoman-rücksichtslosen, grausamen und seelenlosen Kunstfigur entwickelt. (Quelle critic.de)
Der Film ist meiner Meinung nach gut umgesetzt und wirkt authentisch. Der Anfang ist etwas langatmig, aber der Übergang in der Handlung und der Dramatik ist gut. Ich finde auch, dass der Hauptdarsteller “Ben Barnes” die Rolle des Dorian Gray sehr gut erfüllt bzw. spielt. Dorian Gray ist ein bis zuletzt unantastbarer Charakter. Er ist emotional verschlossen, undurchsichtig und nur darauf bedacht die “Maskarade” zu bewahren und sein Geheimnis zu schützen, für das er sich auch die Hände in Blut tränkt.
Die unterschiedlichen Beziehungen zu Dorian Gray sind gut dargestellt. Etwas unglaubwürdig ist, dass kaum jemand sein nach 20 Jahren nicht gealtertes Bildniss hinterfragt. Auch der plötzliche Sinneswandel ist nur schwer nachvollziehbar, besonders gepaart mit den fortlaufenden Mordgedanken Seitens Gray.
Was mich etwas gestört hat ist der starke Verlass auf “visuelle Effekte”, die ziemlich verblenden und eine Stimmung schaffen, die durch Handlung/Worte/Filmschnitt aufwändiger hätte transportiert werden sollen. Was ich meine ist der konsequente Blaufilter, der eine düstere Stimmung vermitteln soll und den Film vor allem zu Beginn ziemlich schwächt. Auch die vielen sexuellen Darstellungen wirken leicht überhöht und schwächen für mich die erste Hälfte des Films leider sehr.
Fazit
Man sollte sich wohl nicht zu viel erwarten, denn dann wird man bestimmt enttäuscht. Der Film ist wie (fast) jede neuere Kinoproduktion verhältnismäßig reißerisch und greift auf platte Symbolik zurück. Mir persönlich hat er jedoch gut gefallen, weil er gewisse Botschaften durchaus transportiert – wenn auch kaum in der Komplexität wie es das Buch kann. Wie sich das Ganze verhält, wenn man das Oscar Wides Roman gelesen hat, kann ich nicht sagen – ich fürchte aber, dass man wie fast von jeder Verfilmung, eher enttäuscht sein wird.
Gesamtbewertung: 






Mir hat der Film auch ganz gut gefallen, reicht aber nicht an die ältere Verfilmung heran. Das Buch ist unbedingt zu empfehlen, ich sollte da mal wieder reinschnuppern, es ist ewig her, daß ich es gelesen habe.
ich fand ihn teilweise irgendwie gruselig – von den visuellen effekten. was die dramaturgie anbelangt bzw. das transportieren von stimmung gebe ich dir recht, da wäre um einiges mehr drin gewesen!