Fischlein

…  Fischlein im Bach sag mir, wo wirst du morgen sein, wenn dein Heim ein einziges Kraftwerk ist?

Die Übungen zur Hydrobiologie in Lunz am See waren fast durchgehend nass und kalt. So habe ich mich von T-Shirt und Weste auf Träger-Leibchen, T-Shirt, Pullover dünn, Pullover dick, Weste, Regenjacke und Winterschal umstellen müssen. 7 Grad, Wind und Regen sind besonders, wenn man schon krank ist (wie ich es leider war) und man im eiskalten See rumstapfen soll irgendwie nicht so genial. Trotzdem fand ich die Tage cool. Super Luft, kleine Wasser-Tierchen anschauen, Fische ausnehmen und selbige anschließend anbraten und essen .. joa. Fürs Leben nehme ich mir mit: bei einem frischen Fisch, der nicht tiefgekühlt ist, sind die Kiemen dunkelrot. Kaputter Fisch stinkt zuerst aus den (dann hellrosa) Kiemen. Das Ausnehmen ist nicht gerade das gelbe vom Ei, weil glitschig und fischig. Die Gallenblase sollte ganz bleiben ;) Die Reinigung sollte allgemein gründlich sein. Trotzdem: Das Geschmackserlebnis dankt es!

Wir haben Fischaufstiegshilfen gesehen, die offensichtlich eher zur Zierde gedacht waren und solche, die wirklich geniale Erfindungen sind und Energiegewinnung, sowie Erhaltung des Fischbestandes, vereinen. Erstere stellt die Fische vor die Herausforderung mal eben 30cm hoch zu springen (und das ca. 10 Mal in Folge), wobei nach oben hin die Becken viel zu klein werden, nur um am “Ziel” angekommen festzustellen, dass das Tor geschlossen ist. Letztere ist eine “Schraube”, die den Fisch sicher nach oben, aber auch wieder herunter transportiert.

Kurzer Exkurs zu Fischaufstiegshilfen:
Mit dem Bau von Wasserkraftwerken treten neben Problemen mit dem Geschiebe (durch die Sperre kann das Schottermaterial nicht mehr weiter transportiert werden) und Flussbettabtiefungen auch Probleme für die Fischpopulationen auf. Dafür wurden mehr oder weniger hilfreiche “Fischaufstiegshilfen” erfunden, die es den Fischen ermöglichen sollen in obere Flussabschnitte zu wandern – beispielsweise zum Laichen. Funktioniert diese Aufstiegshilfe gibt es noch folgendes Problem: wie kommt der Fisch oder die Fische dann wieder zurück in den alten Flussabschnitt? Meistens durch die Turbinen. Das überleben (als ganzer, unzerstückeltes, unverletztes Individuum) in etwa 4%.

Am letzten Tag, Mittwoch, gab es Sonnenschein – so wie es sein sollte. Allerdings sagte der Wetterbericht für die folgenden Tage auch wieder gewohnt nass-kaltes Wetter an, weshalb kaum jemand dem Ort nachgeweint hat.

Dieser Beitrag wurde am 20.05.2011, um 21:38 Uhr veröffentlicht.
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5 Kommentare (4 Besucherkommentare) auf “Fischlein”

  1. Fyn sagt:

    geniale bilder!

  2. Joey155 sagt:

    super Fotos!!

  3. namimosa sagt:

    wow! also so einen fisch selbst ausnehmen usw. das wäre nichts für mich.. ich kann kein blut sehen und würde wahrscheinlich mitten drinnen umkippen. eher weniger gut.
    ich würde also ein lagerfeuer in gang bringen und andere müssten das für mich übernehmen…^^

    das oberste foto ist unglaublich toll!

    • Flügel sagt:

      Vielen Dank ^^ Ich habs eher als Schnappschuss interpretiert. Witzig, dass es doch so gefällt, anscheinend.

      Naja mir ist auch kurz anders geworden in der Magengegend, als ich dem Fisch so das Rückgrat entlang gefahren bin .. aber ich finds immer befremdlich, wenn man etwas isst, sich aber vor dessen Produktion ekelt (z.B. felsenfeste Fleischfresser, die in keinen Schlachthof wollen..). Deshalb möcht ich sowas eigentlich schon können.

  4. Fyn sagt:

    möchte gerne informatik oder medieninformatik studieren.
    ist natürlich ein großes stück arbeit wegen der ganzen logik und mathematik, aber welches studium ist nicht schwer?
    du hast nicht viel verpasst :D
    ansonsten ist mein leben nicht sehr ereignisreich


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